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Tagpfauenauge

(Inachis Io)


Nach dem Schwalbenschwanz  ist das Tagpfauenauge sicher einer unserer schönsten Tagfalter:

 

Die Raupen des Tagpfauenauges ernähren sich von Brennesseln.
(Diese Pflanze dient übrigens weiteren schönen Tagfaltern bzw. ihren Raupen als Nahrungsquelle, so z.Bsp. dem Admiral, C-Falter, Landkärtchen und Distelfalter.)
Die Raupen des Tagpfauenauges sind im Jugendstadium dunkelgrau, später
schwarz mit feinen weissen Pünktchen und schwarzen Verästelungen am Körper entlang:


Jungraupen reagieren auf Störungen sofort:
mit aufgerichteten Köpfen drohen sie einem potentiellen Angreifer
(womit: siehe Text unten) 


Links: Junge Raupen schützen sich, indem sie ein Gespinst aus Seide um die ganze Gruppe weben.

Unten: eine Raupe kurz nach der Häutung. Die sonst schwarzen Verästelungen sind noch ganz weich und hell

 

Die Raupen sind ziemlich hastig und kommen erstaunlich schnell vorwärts, die Schwalbenschwanz-Raupen z.Bsp. sind da viel gesetzter (nobler halt ;)).
Daneben verfügen die Tagpfauenaugen-Raupen über eine wirksame (mir gegenüber jedenfalls!)
Feindesabwehr: wenn sie sich bedroht fühlen, erbrechen sie einen dunkelgrünen Saft über den (in meinem Falle vermeintlichen) Feind...
Die Verpuppung erfolgt in  Form von 
Stürzpuppen (d.h. die Puppen hängen kopfüber) an Brennesselblättern oder sonstigen Zweigen. Die Puppen sind grünlich bis grau-braun gefärbt. Vor dem schlüpfen verfärben sie sich dunkler.

Kleine Verpuppungssequenz:

1. Die Raupe hängt kopfüber (in der Mitte des Bildes) mit eingerolltem Kopf. Schon Stunden vorher beginnt sie in sich verkürzenden Abständen zu pressen.

2. Sie sprengt schliesslich die Raupenhaut im Nacken und drückt die grünliche Puppenhaut darunter hervor. Sie windet sich hin und her, bis die Raupenhaut immer mehr nach oben rutscht. Schliesslich ist nur noch ein kleines Knäuel von ihr übrig, welches am Ende auf den Boden fällt. 

3. Die neue Puppe ist noch für einige Zeit weich und grünlich gefärbt. Mit der Erhärtung bekommt sie dann die definitive Puppenfarbe (Grünlich bis Braun-Grau)


Hier hängen sie dann, je dichter beeinander desto besser wie's scheint... 

Weitere fertige Stürzpuppen:

Der Schlüpfvorgang sieht bei Stürzpuppen ziemlich haarsträubend aus: Der Falter drückt sich mit dem Kopf nach unten aus der Puppe und muss als erstes an der Puppenhülle genügend Halt finden um den restlichen Körper nachziehen zu können. Ein Sturz auf den Boden mit noch weichen Flügeln kann ins Auge gehen! 
Nach dem erfolgreichen
Schlüpfen sucht sich das Tagpfauenauge wie alle Falter einen ruhigen Ort wo es seine Flügel entfalten kann:

Eine Besonderheit des Tagpfauenauges ist, dass  es bei Störungen seine Flügel aneinander reiben kann, was ein eigenartiges schabendes Geräusch produziert.

Das Tagpfauenauge ist wohl einer der auffälligsten Falter bei uns, klappt es jedoch die Flügel zu, wird es sofort sehr schwierig es überhaupt noch auszumachen:


Auf dem rechten Bild habe ich versucht, das wunderschöne
blaue Schillern einzufangen, dass  man  je nach Einstrahlwinkel der Sonne an der Flügelunterseite sehen kann.

Zum Schluss noch ein paar Bilder von Michael und mir: