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Hilfe: Schwalbenschwanz im Dezember geschlüpft!

Soso, Ihnen ist also ein Schwalbenschwanz im Dezember geschlüpft, tststs. Sowas kommt nur vor, wenn die Raupe und/oder später die Puppe in der Wohnung gehalten wurde, statt im Freien. Wie ich es schon auf meiner anderen Seite ("Schwalbenschwanzraupe gefunden: was nun?!") ausdrücklich erwähnt habe, müssen Raupen und Puppen immer witterungsgeschützt im Freien gehalten werden. Frost und Minustemperaturen schaden ihnen nicht, im Gegenteil, wenn sie nichts dergleichen verspüren, nehmen sie an der Frühling ist da und die Entwicklung zum Schmetterling setzt ein...

Ich möchte übrigens nicht überheblich klingen, mir sind nämlich im Winter 2000 ebenfalls einmal 5 Schwalbenschwänze im Dezember geschlüpft, nachdem ihr Raupenkasten eine Woche lang am Ende ihrer Raupenzeit in der Wohnung war. Deshalb war ich gezwungen mir zu überlegen, was mit den Schmetterlingen zu machen sei. Ins Freie lassen kann man sie nämlich bei tiefen Temperaturen nicht, da würden sie sofort eingehen. Die einzige Möglichkeit einem solchen Schwalbenschwanz dennoch ein einigermassen angenehmes Leben zu ermöglichen, besteht darin ihn in ein Schmetterlingshaus zu bringen. In der Schweiz gibt's da leider nur das Papiliorama in Kerzers und das Schmetterlingshaus auf der Blumeninsel Mainau im Bodensee. Ich habe meine Schwalbenschwänze auf die beiden Schmetterlingshäuser verteilt und bevorzuge das letztere. (Leute aus Bern klicken bitte hier). Ich habe zur Sicherheit bei beiden vorher angerufen und es gab keine Probleme. Für den Transport habe ich eine kleine Kartonschachtel verwendet. Darauf achten, dass die Schachtel während dem Transport keinen Minustemperaturen ausgesetzt wird.

Bis Sie dazu kommen, den Schwalbenschwanz zu transportieren, müssen Sie ihn füttern. In meiner Erfahrung geht das am besten mit einer frisch halbierten Orange. Man kann etwas daran herumdrücken, so dass Saft oben aufliegt. Wenn man den Falter daran setzt, sollte er eigentlich von selber den Rüssel ausfahren und zu trinken beginnen. Ebenfalls möglich ist eine Mischung aus einem Teil Zucker und sieben Teilen Wasser (zum mischen heisses Wasser nehmen, aber nachher unbedingt abkühlen lassen). Diese Mischung in einen Briefmarkenbefeuchter-Schwamm wie sie die Post verwendet füllen. So ein Schwamm ist in Papeterien erhältlich. Das Zuckerwasser wurde von meinen Schwalbenschwänzen aber nur angenommen, wenn ich ihnen den Rüssel mit einer Stecknadel von Hand ausgerollt habe; ich nehme an, der Grund liegt darin, dass das Zuckerwasser geruchlos ist (im Gegensatz zur Orange). Dies ist eine ziemlich diffizile Angelegenheit, man braucht eine sehr ruhige Hand bei den zappeligen Faltern, ich empfehle deshalb die Orangenvariante. Hat ein Schwalbenschwanz einmal begonnen von der Orange Saft abzusaugen, kann man immer noch etwas Zuckerwasser dazugiessen.

Einer meiner Schwalbenschwänze auf einer Orangenscheibe im Schmetterlingshaus Mainau


Schwalbenschwanz trinkt Zuckerwasser aus Briefmarkenbefeuchter-Schwamm

* Für alle aus Bern gibt es noch eine dritte Möglichkeit: den Botanischen Garten in Bern. Markus Bürki (siehe auch sein Portrait auf der Hobbyzüchterliste) ermöglicht den Faltern im geheizten Palmenhaus ein Überleben im Winter. Dazu vorher anrufen: 031 631 49 45 und Markus Bürki verlangen.  

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