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Aktuell:       * * *   Der Schwalbenschwanz wurde von Pro Natura zum Tier des Jahres 2003 erwählt!   * * *
Der Schwalbenschwanz
(Papilio machaon)

* * * unser schönster einheimischer Schmetterling * * *

 

Schwalbenschwanz Schmetterling

Es ist mein Hobby im Sommer Schwalbenschwanz-Schmetterlinge aufzuziehen. Die Eier und kleinen Räupchen, die ich im Schrebergarten meiner Mutter finde, wachsen in meinen Raupenkästen heran, verpuppen sich und die entstandenen Falter werden von mir schliesslich im gleichen Gartenareal wieder fliegen gelassen. Warum gerade Schwalbenschwänze? Das weiss jeder, der schon einmal die Gelegenheit hatte, einen auf der Hand zu halten: sie haben einfach Charisma! Jawoll, ein Insekt mit Charakter! Daneben sind sie natürlich unglaublich schön und leiderleider auch nicht allzu häufig zu sehen.

Die folgenden Bilder sind von mir, sofern nicht anders vermerkt:



*** Dieses tolle Bild hat 
René Tanner
aus Detligen geschossen,
herzlichen Dank! ***

Frisch geschlüpfter Schwalbenschwanz 
(vor 30 Sekunden) mit noch zusammengefalteten Flügeln

In den nächsten 30 Minuten werden die Flügel entfaltet. Dazu pumpt der Falter Körperflüssigkeit in die Flügel. Sind die Flügel entfaltet und ausgehärtet, zieht er die Flüssigkeit wieder in den Körper zurück. Vor dem ersten Flug scheidet der Schmetterling alle überflüssigen Stoffe aus der Umwandlung in ein paar Tröpfchen rötlicher Flüssigkeit aus.

Link zu einer kurzen Schlupfsequenz, die mir diesen Frühling geglückt ist: Schlupfsequenz


Frisch geschlüpfter Schwalbenschwanz


Frisch geschlüpfter Schwalbenschwanz 
im Frühling beim Flügeltrocknen


Diese Paarung zweier eben geschlüpfter Schwalbenschwänze (das Weibchen ist links) noch im Raupenkasten war sehr ungewöhnlich .
Normalerweise versammeln sich die Männchen um sonnige Hügelkuppen (sog. "hilltopping") und veranstalten Balzflüge bevor bei irgend jemandem Paarungsstimmung aufkommt.... 

 




Schwalbenschwanz-Ei


Schwalbenschwanz Ei an Fenchelzweig
Originalgrösse 1 mm
3

Frisch gelegte Eier sind leuchtend gelb gefärbt, nach ca. 2 Tagen färbt sich das Ei dunkler, kurz vor dem schlüpfen des Räupchens ist es schwarz, bzw. durchsichtig: das Räupchen ist schwarz

 

 




 ***   Dieses phantastische Bild von einem 
soeben aus dem Ei geschlüpften Schwalbenschwanz-Räupchen 
hat mir Markus Schwyter aus  Embrach zur Verfügung gestellt: 
Merci vielmals !   ***

Das Räupchen ist in Wirklichkeit nur 2 mm gross! 
Man sieht aber jetzt schon den hellgrauen Sattel, den die Jugendform trägt
 (siehe nächstes Bild) 
Das Räupchen verspeist als erste Mahlzeit die leere Eihülle 
(wie's aussieht hat es bereits einen Teil weggeknabbert)


 

Jung-Raupe

 

Junge Raupenform (bis ca. 2.5 cm): die Raupe imitiert Vogelkot

 

 

 


Ausgewachsene Raupe

 

 

 

Die erwachsene Form (ca. 2 bis 5 cm) der Raupe ist recht auffällig grün-schwarz gestreift mit orangen Punkten

 

 

 


 

 


 

Halb verpuppte Raupe

 

Sich verpuppende Raupe: Die alte Raupenhaut ist schon zur Hälfte abgestreift, dahinter kommt die grünliche Puppe zum Vorschein.

Link zu Verpuppungssequenz: Sequenz

 

 

 


Grüne Gürtelpuppe

 

 

Grüne Puppe an Karottenstengel, befestigt durch ein Seidengespinst unten am Fuss und durch einen Seidengürtel. Der Falter entwickelt sich mit der Unterseite zum Stengel, so dass er sogleich daran hochklettern kann

 

Puppe kurz vor dem Schlupf


Die Puppe kurz vor dem schlüpfen:
Man erkennt bereits die Flügelmarkierungen
des Schmetterlings durch die Puppenhülle

 

 

 


 

Generelle Informationen über den Schwalbenschwanz

Die Raupen des Schwalbenschwanzes finden sich im Garten an Fenchel-, Karotten- und Dillpflanzen, seltener an Petersilie und Maggikraut
In der
Natur findet man die Raupen an anderen Schirmblütlern wie Bibernell, Kümmel, Engelwurz, Sumpf-Haarstrang und wilde Möhre. Dazu sind die Falter auf artenreiche Magerwiesen angewiesen!

Die Schmetterlinge kommen bei uns in zwei Generationen vor, d.h. die Falter, die im Mai schlüpfen, legen im Frühsommer ihre Eier ab, woraus sich innerhalb eines Monats ausgewachsene Raupen entwickeln. Diese verpuppen sich und nach 14-21 Tagen (also ca. Mitte Juli) schlüpft aus der Puppe ein Schwalbenschwanz-Schmetterling. Diese zweite Generation legt im August/September wiederum Eier an die oben erwähnten Futterpflanzen ab. Diese Raupen verpuppen sich ebenfalls nach ca. 30 Tagen und überwintern als Puppe. Die Puppenart nennt man Gürtelpuppe, der Grund ist am Bild oben unschwer zu erkennen. Die Raupe sucht sich zum verpuppen einen geschützten Ort und kann sich dazu relativ weit vom Futterplatz entfernen. Wenn also Ihre grosse Raupe gestern noch da und heute plötzlich verschwunden ist, muss das nicht unbedingt bedeuten, sie wurde von einem Vogel gefressen (was natürlich auch drinliegt...). Die zweite Generation schlüpft dann nach dem überwintern im nächsten Jahr im Mai und der Zyklus geht wieder von vorne los. 

Zu Frassschäden der Raupen wird es übrigens nie kommen, da die Falter die Eier einzeln ablegen und nie in ganzen Gruppen. Zudem werden ja von Fenchel und Karotte nicht die Blätter geerntet, also sollte man den Raupen das bisschen grün gönnen, das sie vertilgen, nicht?

 

Link zu mehr Raupen-Bildern, inkl. Verpuppungssequenz: Raupen

Für alle, die einen Vortrag vorzubereiten haben oder sonst wissenschaftlich interessiert sind, habe ich auf dieser Seite eine Systematik  zusammengestellt: Klassifizierung
In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen dieses tolle Bild, das mein Ex-Sekundarlehrer geschossen hat nicht vorenthalten:


***   Ein herzliches Dankeschön deshalb an Hans-Peter Fehr aus Kloten!   ***

Was man auf diesem Bild so schön sieht sind die dachziegelartig angeordneten Flügelschuppen
der Grund weshalb Schmetterlinge in die Ordnung der Lepidoptera = Schuppenflügler gehören!


Zum abgewöhnen noch zwei Bilder vom Juli 2001
von frisch geschlüpften Schwalbenschwänzen in unserem Garten: