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Endlich! Der Star :

Wiener Nachtpfauenauge
(Saturnia pyri)


Männchen, Mai 2002

Das riesige Wiener Nachtpfauenauge ist wohl der eindrücklichste Falter,
mit dem ich bis jetzt in Kontakt gekommen bin,
einfach umwerfend!

Ich bekam dank meiner Homepage im Mai 2001 die Gelegenheit zwei kleine Raupen des Wiener Nachtpfauenauges aufzuziehen, nachdem ein Schweizer Urlauber einige Eier und ein totes Falter-Weibchen daneben in seinem Schlafzimmer in Sardinien gefunden hatte. Er beschloss ein paar davon heimzunehmen und aufzuziehen, bat mich anschliessend um Rat für die Aufzucht und hat mir als Gegenzug zwei davon abgetreten.

* * * Deshalb an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön * * *
* * * an Christian und Nadja Drack! * * *

Das Wiener Nachtpfauenauge kommt bei uns in der Schweiz (im Gegensatz um Kleinen Nachtpfauenauge) nur im Tessin und Wallis vor.

Die Räupchen waren ca. 2 cm gross, als sie zu mir kamen und hatten bereits eine Häutung hinter sich. Leider sieht man auf den Fotos die vielen schwarzen Härchen mit den verdickten Enden nicht richtig. Bei einigen waren die kleinen Warzen, aus denen die Härchen sprossen noch gelb, bei anderen schon hellblau:

Die Raupen haben sich von (ungespritzten!) Birnen- und Kirschenblättern ernährt und sind schnell gewachsen:

In den unteren beiden Bildern sieht man die schwarzen Härchen und die hellblauen Warzen besser, die Raupen sahen aus wie kleine Punks. Wobei "klein" natürlich relativ ist, sie waren am Schluss beinahe so gross wie ein "Wiener Würstchen" (ich glaube aber nicht, dass der Name von da stammt! ;))) Christian und Nadja Drack haben eine ihrer ausgewachsenen Raupen gewogen und sind auf stattliche 10g gekommen.

 

Am 30. Juni und am 9. Juli 2001 haben sich die Raupen dann je einen grossen braunen Kokon gesponnen, jede in einer Ecke des Raupenkastens. Vor der Verpuppung haben sich die Raupen dunkel-orange verfärbt. -->

Ich habe den Kasten auf dem Balkon vor Nässe geschützt aber in der Kälte überwintert.

 

 



Am 29. April und am 6. Mai 2002 sind aus diesen Kokons dann diese riesigen Schmetterlinge geschlüpft, ich bin vor Schreck fast umgekippt als der erste plötzlich so mächtig im Kasten hing:

Das Männchen ist zuerst geschlüpft, es war nicht wesentlich kleiner, als das später schlüpfende Weibchen, hatte aber im Gegensatz zu diesem fein gefächerte Fühler (wie bei den Kleinen Nachpfauenaugen):

Man sieht auch wie enorm pelzig der Körper des Falters ist, auch an den Beinen trägt er richtige "Hosen". Mit seinen kleinen Haken an den Füssen kann er problemlos an der Flugkastenwand oder meinem Arm emporkraxeln.

Einige Tage darauf ist dann der zweite Falter geschlüpft, diesmal netterweise ein Weibchen:

Wie gesagt, sie schien mir vom Flügelumfang nicht wesentlich grösser zu sein als das Männchen, hatte jedoch einen deutlich dickeren Körper und statt gefächerte nur leicht gezähnte Fühler:

Wow, welche Wucht!

Wiener Nachtpfauenaugen nehmen - wie ihre Verwandten die Kleinen Nachtpfauenaugen - als Falter keine Nahrung zu sich und leben entsprechend nur ca. 2-3 Wochen. Ein Teil des grossen Körpervolumens lässt sich darauf zurückführen, es sind Nahrungsreserven. Der Rest ist beim Weibchen der Eivorrat.

Noch ein allerletztes Bild vom Weibchen:


Leider leider konnten wir die Zucht nicht fortsetzen,
da sich
aus demselben Ei-Gelege stammende Falter nicht paaren
(das macht Sinn, sonst gäbe es ja Inzucht),
aber wer weiss, vielleicht ergibt sich ja wiedereinmal etwas...