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Grosser Gabelschwanz

( Cerura vinula )

 

Dies ist ohne Zweifel die coolste Raupe, der ich bis jetzt begegnet bin! Ihr Abwehrverhalten ist so hinreissend, dass man versucht ist, sie ständig zu ärgern!

Aber beginnen wir von vorne:

So winzig präsentierten sich die Räupchen als sie gerade aus dem Ei geschlüpft waren. Aber bereits in dieser Phase sind die namensgebenden Gabeln am Hinterleibsende deutlich zu sehen. Schon in diesem zarten Alter können die leicht irritierbaren Räupchen aus diesen Gabeln rote züngelnde Fäden herausschiessen lassen. Frisch geschlüpfte Räupchen sind samtschwarz mit roten Gabeln und roten Hörnchen, ein bis zwei Häutungen später ist die Zeichnung der Jungraupen grün-schwarz:


Sie sind wie gesagt, sehr leicht reizbar.
Es hat etwas belustigendes, wenn man von so einem Winzling angedroht wird, sobald man zBsp. sein Sitzblatt anfasst


Sie sind auch sehr lernfähig, diese macht Männchen auf Befehl ;)))
(natürlich nicht!)

Erwachsene Raupen ändern das Farbmuster noch leicht:

Sie sind übrigens auch untereinander nicht sehr verträglich:


Hier kreuzen sich zwei, aber nicht ohne einander kurz zu drohen!

Kurz vor der Verpuppung verfärben sich ausgewachsene Raupen braun, hier zwei Bilder, die mir Werner Klaiber netterweise aus einer Videosequenz gepflückt hat:


 

Die Verpuppung erfolgt an Holz- und Rindestücken, wobei die Raupen aus abgekauten Holzteilchen einen so perfekten Kokon an das Holzstück bauen, dass man sie nicht sieht, wenn man nicht weiss, dass sie da sind!


Der linke Kokon ist unversehrt, aus dem rechten ist bereits ein Falter geschlüpft,
erkennbar an dem Loch auf der linken Seite - der Flaum stammt übrigens vom Falter,
als er sich aus dem engen Loch gezwängt hat...


Tarnung ist alles!
Ohne Schlupfloch wäre der Kokon unauffindbar

 

Vom Grossen Gabelschwanz gibt es nur eine Generation pro Jahr, die hübsch graumelierten Falter sind bei mir Anfangs Mai geschlüpft.


Dies ist m.E. ein Männchen, die Weibchen hatten einen fast unmerklich dünkleren Torso

Die Falter haben sich in meinem grössten Kasten problemlos verpaart und somit bin ich zu mehr als Genug Eiern gekommen, um die Zucht fortführen zu können. Da es Nachwuchs von Geschwistern ist, also Inzucht, werde ich nächstes Jahr versuchen wilde Partner anzulocken oder sonstwie zu einem anderen Stamm zu kommen.